Innovation & Technologie

No-/Low-Code Plattformen auf dem Vormarsch

| John Juerss

Schneller entwickeln und Kosten reduzieren: No-Code- und Low-Code-Plattformen ersetzen in immer mehr Unternehmen klassische Programmierprojekte. Kleine, agile Teams mit Experten aus den eigenen Fachabteilungen erarbeiten Geschäftsanwendungen bis zu zehnmal schneller als in einem klassischen Software-Entwicklungsprojekt.

The no-code way to new business apps

Die Zahl kann sich sehen lassen: Auf 15,5 Milliarden Euro wird laut einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Forrester der Gesamtmarkt für No- und Low-Code-Applikationen bis 2020 wachsen. Dass Low Code im Trend liegt, wird auch durch in der aktuellen Forrester Wave zu ECM Content Plattformen bestätigt: Forrester erkennt einen steigenden Bedarf an „flexiblen Plattformen mit App- und User Interface Design- und Entwicklungswerkzeugen, um Anwendungen optimal auf die Bedürfnisse der Anwender zuschneiden zu können.

Entwicklungsumgebungen, die es neben IT-Profis auch Mitarbeitern aus Fachabteilungen möglich machen, Apps und Workflows zu erstellen, bieten klare Vorteile: Statt auf komplexe Programmiersprachen setzen sie auf grafische Modellierungsmethoden wie visualisierte Standardelemente, die sich komfortabel und intuitiv per Drag and Drop nutzen lassen. Das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil, wenn es darum geht, Business-Anforderungen schnell umzusetzen.

So entwickelte die Raffinerie Heide z.B. selbst einen so genannten Obligationen-Workflow, um regelmäßig erforderliche Nachweise gegenüber Finanzpartnern fristgerecht und schnell erbringen zu können und die Einhaltung von diversen Compliance-Auflagen nachweisbar zu dokumentieren. Später mehr dazu.

Kein Wunder, dass App-Baukästen sich in Unternehmen steigender Beliebtheit erfreuen und die Arbeit mit klassischen Programmiersprachen Stück für Stück verdrängen. Denn richtig eingesetzt machen No- und Low-Code-Applikationen Unternehmen agiler und damit produktiver: Zum einen beschleunigen sie die Entwicklungs- und Bereitstellungszeit für Geschäftsanwendungen deutlich. Zum anderen senken sie die Kosten für die Planung von Projekten, das Training der Mitarbeiter und die Erstellung der IT-Anwendung. Da Low Code und No Code meist als Platform as a Service (PaaS) angeboten werden, können Unternehmen zudem auf eigene Entwicklungsinfrastrukturen verzichten.

Mehr Agilität, mehr Produktivität

No-Code-Werkzeuge kommen vor allem zum Zuge, um in einer App einfache Aufgaben abzubilden, die innerhalb einer Abteilung gefragt sind. Unternehmensweit ausrollen lassen sie sich in der Regel nicht, da sie kaum skalierbar und integrationsfähig sind. Zudem stehen sie meist ausschließlich als Cloud-Service ohne On-Premises-Option zur Verfügung. Low-Code-Plattformen wiederum bieten in der Regel neben skalierbaren Architekturen und offenen Schnittstellen (API) auch flexible Bereitstellungsmodelle aus der Cloud und vor Ort. Sie eignen sich daher gut für komplexere, abteilungsübergreifende Geschäftsprozesse, die mit anderen Anwendungen, Datenbanken oder Systemen integriert sind. Im Vergleich zu No Code bietet Low Code Unternehmen ein deutlich breiteres Anwendungsfeld – ohne deutlich größeren Aufwand mit sich zu bringen.

Low Code: Usability und Funktionalität im Fokus

Low-Code-Plattformen enthalten einen Baukasten aus visualisierten Elementen und Logiken. Zugleich geben sie professionellen Programmierern die Möglichkeit, zusätzliche Features für Apps oder Workflows zu programmieren. So lassen sich deutlich schneller Anwendungen fertigstellen als in einem herkömmlichen Software-Projekt. Darüber hinaus lassen sich aber auch Fachleute aus den Abteilungen –so genannten Key- oder Power User – ohne weiteres in ein Entwicklungsteam einbeziehen: Sie müssen keine Programmiersprache beherrschen, um eine sinnvolle, praktikable Anwendung zu konfigurieren.

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Kosten und Zeit sparen

Mithilfe des Low-Code-Prinzips können Unternehmen ihre vielfältigen Herausforderungen besser stemmen und Kunden- und Stakeholder-Anforderungen schnellstmöglich in passende digitale Lösungen umsetzen. Schließlich müssen sie in der Lage sein, neue Anwendungen und Dienste immer schneller zu entwickeln und lauffähig zu machen sowie jederzeit an neue Anforderungen anzupassen. Hierfür ist ein klassisches mehrstufiges Software-Projekt in der Regel zu komplex und zu langsam, zumal dabei verschiedene Philosophien aufeinandertreffen: Arbeiten in einem Team Software-Entwickler mit Kollegen ohne Programmier-Know-how zusammen – wie Software-Tester, Designer und Mitarbeiter der Fachabteilungen –, kommt es nicht selten zu Kommunikationsproblemen. Infolge dessen werden immer wieder neue Anpassungen und Entwicklungsschleifen nötig, die schnell den angepeilten Kosten- und Zeitrahmen sprengen. Denn selbst kleinere Anpassungen von Programmcode erfordern jedes Mal neue Tests und erhöhen den Zeitaufwand. Nicht zuletzt sind Experten mit Know-how in klassischer Softwareentwicklung dünn gesät – und dementsprechend teuer.

Neue Anforderungen schnell mit Low Code umsetzen

Daher sind agile Wege zur Softwareentwicklung wie Low-Code-Plattformen auch ein probates Mittel, um neue Anforderungen im Enterprise Content Management (ECM) schnell und kostengünstig umzusetzen. Mit modularen Bausteinen lassen sich auch ohne Code-Kenntnisse individuelle ECM-Anwendungen und -Workflows realisieren. So haben die Fachabteilungen es selbst in der Hand, ihre benötigten Anwendungen umzusetzen, da Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität die Entwicklung bestimmen – und nicht der Code.

Die meisten Elemente und Bausteine sind schon einsatzbereit und müssen nicht programmiert, sondern lediglich einmal konfiguriert werden. So lassen sich neue Anwendungen in der Regel für alle Endgeräte und Betriebssysteme innerhalb weniger Stunden oder Tage bereitstellen. Die Zeiträume für Test, Einführung, eventuelle Anpassungen und Updates verringern sich deutlich. Auf der Kostenseite schlägt sich Low Code ebenfalls positiv nieder, da Unternehmen nicht auf teure externe Entwicklungsdienstleister – und eventuell erforderliche, kostspielige Software-Anpassungen – angewiesen sind und sich auch Wartungsaufwände reduzieren. Darüber hinaus bietet eine ECM Low-Code-Plattform eine einheitliche Verwaltung: Basieren alle ECM-Anwendungen im Kern auf denselben Elementen, wie etwa Metadaten und Berechtigungen, lassen sich beispielsweise auch Compliance-Anforderungen leichter erfüllen.

Design-Client mit umfassenden Funktionalitäten

Um ECM-Anwendungen zu designen und auszurollen, steht Unternehmen wie der Raffinerie Heide etwa mit Doxis4 cubeDesigner von SER ein zentraler Design-Client für Windows, Web und mobile Systeme – zur Verfügung, der sowohl No-Code- als auch Low-Code-Entwicklung ermöglicht. Eine grafische Benutzeroberfläche à la Microsoft vereinfacht den Umgang mit der Software, die keine Programmierkenntnisse voraussetzt. Neben zahlreichen vorkonfigurierten Funktionen für Masken, Trefferlisten und andere Standard-Elemente bietet der Design-Client umfangreiche Möglichkeiten für individuelle Anpassungen sowie eine integrierte Scripting Engine für kundenspezifische Anwendungen und Funktionen. Zudem steht für sämtliche Bereiche einer ECM- und BPM-Anwendung eine einheitliche Oberfläche für die Fachadministration bereit. Alle ECM-Projekte lassen sich über einen Transportmechanismus auch auf andere Unternehmensbereiche ausrollen. Des Weiteren besteht beispielsweise die Möglichkeit, mit Doxis4 Low-Code-Anwendungen für Workspaces einrichten, um die Zusammenarbeit mit Externen in virtuellen Projekträumen zu gestalten. Auch lassen sich individuelle Freigabe-Workflows konfigurieren, die mehrstufig funktionieren, etwa nach dem 4- oder 6-Augen-Prinzip, und über alle Clients einschließlich der mobilen ausgerollt werden können.

Digitales Berichtswesen mit Low-Code-Lösung erweitert

Wie sich ein Compliance-konformes Berichtswesen gegenüber Finanzpartnern mithilfe von Low-Code-Entwicklung aufbauen lässt, zeigt das Beispiel der Raffinerie Heide: Der SER-Kunde mit Sitz in Hemmingstedt kooperiert mit zahlreichen Finanzpartnern – ob für Darlehen, Working Capital Finanzierung oder Factoring. Für das erdölverarbeitende Unternehmen in Schleswig-Holstein, gut 100 Kilometer nordwestlich von Hamburg, ein aufwändiges Unterfangen: Schließlich muss der Mittelständler 265 Auflagen gegenüber diesen Partnerunternehmen erfüllen, darunter etwa ein vierteljährlicher Bericht über die Finanzierung sowie der Nachweis der Vertragskonformität des Unternehmens. Um diese Nachweise fristgerecht und möglichst effizient zu erbringen, implementierte die Raffinerie den so genannten Obligationen-Workflow. Der neue Workflow ist für das Unternehmen strategisch hoch relevant: Jeder Schritt des Workflows einschließlich hinterlegter Belege wird protokolliert und dauerhaft zentral gespeichert. Die Mitarbeiter können zum Erstellen der Berichte direkt auf benötigte Unterlagen und Informationen im Doxis4 Vertragsmanagement und den Obligationen-Akten zugreifen.

„Wir verfügen damit über ein täglich sicher funktionierendes Berichtswesen, bei dem alle Schritte nachweisbar archiviert werden“, sagt Rainer Hass, Teamlead Accounting bei der Raffinerie Heide. Das schafft Sicherheit auf allen Seiten: „Die Raffinerie Heide sichert die Beweiskraft ihrer Informationen und ihre Finanzpartner können auf die Einhaltung der Vertragsverpflichtungen durch das Unternehmen vertrauen. IT und Fachabteilungen können jegliche Anwendung individuell gestalten, konfigurieren und pflegen – und das in eigener Verantwortung, ganz ohne aufwändige Programmierung.

Was muss eine ECM Low Code-Plattform bieten?

  • Benutzerfreundliche Design-Umgebung: Konfigurieren statt programmieren
  • Viele verfügbare Standard-Elemente & Möglichkeiten zur schnellen Erstellung eigener Bausteine
  • Flexible Workflow-Engine für Ad-hoc-Aufgaben, hybride Prozesse & Case Management
  • Einfache Integration mit Drittsystemen wie ERP, CRM & Portalen
  • Frei & einheitlich definierbare Metadaten
  • Möglichkeit zur direkten Umsetzung neuer Anwendungen z.B. für Windows, Web & Mobile
  • Komfortable Rechteverwaltung & Berücksichtigung vorhandener Berechtigungen
  • Integriertes Transportwesen: Einfaches Anpassen & Ausrollen von Anwendungen & Updates

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John Juerss

Mein Name ist John und ich lebe und atme seit über 20 Jahren Content! Derzeit bin ich als International Sales Consultant für SER Solutions International tätig. Von den Anfängen des Web-Content-Managements bis hin zu den neuesten maschinellen Lern- und Künstlichen Intelligenzfähigkeiten von Enterprise Content Management-Plattformen war ich an allen Aspekten der Beratung, Softwareentwicklung, Pre-Sales, Marketing, Sales Enablement und Partnermanagement beteiligt.

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